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Restauration


Restauration

6. Juni 2008




Neuaufbau meiner Simson: S50 B2 Baujahr 1980

Nun aber geht es los – ich habe mich zu einem völligen Neu-Aufbau entschlossen, wobei ich alles weitgehend originalgetreu halten will.

Also zuerst vollständig demontieren und dann die Rahmenteile von Rost, Fett und alter Farbe befreien. Dazu hält man sich an das übliche (und allseits beliebte) Verfahren: Drahtbürsten, Schleifpapier usw. und viel Geduld…. Dann noch alles sorgfältig sandstrahlen und ab zum beschichten.

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Während die Rahmenteile beim Pulverbeschichten sind, habe ich mir nun den ‘mehrfarbigen’ Tank vorgenommen. Leider bedeutet mehrfarbig, die Farben sind übereinander, oben drauf ein gepinseltes gelb, dann original in rot und ganz unten die Grundierung

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Nach dem Schleifen habe ich die Tanks sandgestrahlt um ein perfektes Ergebnis zu erhalten:

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Zwischendurch habe ich schon mal begonnen, die Bremsen zu zerlegen. Alles muss gereinigt werden und die Verschleißteile wurden erneuert. Die Rahmenteile konnten endlich abgeholt werden – das Pulverbeschichten hat sich gelohnt, sieht alles super aus.

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Die Buchsen, die Hülsen, die Lagergummis und ich:

An insgesamt vier Stellen mussten diese drei Teile müssen zusammengefügt werden (zwei mal am Motorlager, zwei mal an der Schwinge)- sieht einfach aus, ist aber eine übelste Angelegenheit.
Bild Setzte ich den Gummi zuerst in die Buchse, weigert sich die Hülse zu folgen, setzte ich den Gummi zuerst auf die Hülse – verweigerte die Buchse die Aufnahme usw.
Als einzige Alternative hat sich die Verwendung einer provisorischen Einzugsvorrichtung (große Schraube, verschiedene Scheiben, Mutter) und viel Spülmittel erwiesen.
Aber alles hat zwei Seiten, denn wenn dann alles schön glitschig ist und sich ineinanderpressen lässt, rutschen Gummi und Hülse auch wieder spielend leicht aus der Buchse, wie ich leidvoll beim ersten Einstecken des Bolzens erleben mußte. Nach vielen Stunden war es dann aber geschafft und alles sitzt wie es soll.

Jetzt fängt die angenehme Seite der Arbeiten an: aus den Teilen wieder ein komplettes Mokick entsehen lassen. Die Rahmenteile sind zusammengebaut, und auch das Gehäusemittelteil (”Herzkasten”) sowie die Federbeine sind schon montiert.

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Geschafft, die Telegabel ist eingebaut. Endlich sind auch die Bremsen einbaufertig.
Ordentlich gereinigt, Nocken abgeschliffen, Kontaktschraube erneuert, Backen erneuert, Lagerstellen vorsichtig gefettet.

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Die Arbeit hat Nachschlag bekommen: Weil am Baujahr 1980 der Bananentank original ist und die Regierung (unverständlicherweise) den auch schöner findet, ist jetzt der nächste Tank vorbereitet zum Sandstrahlen. Außerdem ist der Fußrastenträger und die Gabelführung vorbereitet, wobei ich erst jetzt bemerkt habe das meine Ersatzteile unterschiedlich sind, bekomme sicher Aufklärung im Forum…

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Gabelbrillen, Fußrastenträger, Seitendeckel und Tanks sind nun sandgestrahlt, die Tanks innen beschichtet. Tanks und Seitendeckel gehen nun bald zum Lackieren (wir können es kaum erwarten die nagelneu aussehenden Teile in Händen zu halten), der Rest geht zum Pulverbeschichten.

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leider hatten sich ja die Originalteile der Gabelführung als nicht original entpuppt, deshalb habe ich ja nun doch meine alten Teile ‘erneuert’. Es hat sich bemerkbar gemacht, das Pulverbeschichten für die untere Gabelführung absolut nicht optimal ist. Wegen der Dicke der Beschichtung hatte ich den Gabellaufring nur etwas gewalttätig überreden können, an seine Position zu rücken, dann gabs heftig Probleme beim Einfedern/Ausrichten der Holme

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Der Grundplatte habe ich einen neuen Kabelbaum spendiert. Dabei hat die Bremslichtspule das Handtuch -ähm 2 Beinchen geworfen und mußte ersetzt werden. Frustabbau durch polieren des Limadeckel. Vom Motorblock ist nun die dicke Dreck- und Fettschicht runter.

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Es ist sicher verständlich, das ich nun so allmählich das eine oder andere Teil anbaue, man möchte ja auch was sehen bei soviel Arbeit… Die neuen Kabelbäume sind provisorisch verlegt, der gereinigte Vergaser angebaut, Lenker und erste Armaturen usw.

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Kupplungsbautraining….

Aus der Anleitung: ‘Entfernen Sie die Sicherungsstifte mit Hilfe des Spezialwerkzeuges xyz….’ – wer hat so was? Also nach Alternative gesucht und einen Blechwinkel so weit zusammengebogen, dass damit die Federn runter gedrückt werden können und dazwischen der Sicherungsstift aus- bzw. eingeschoben werden kann. Ist natürlich nicht angenehm zu handhaben, aber in der Not… Kupplungspaket aus dem Korb gebaut, festgestellt, dass das gekaufte ‘passt auf jeden Fall auch wenn es anders aussieht’-Paket auf gar keinen Fall passt, also alles wieder rein. bissl Pause gemacht und dabei entschieden, beide Pakete zu zerlegen um die identischen Reibbeläge des neuen Paketes in das alte zu bauen. Also alles wieder zerlegen, Beläge tauschen, alles wieder zusammen. irgendwie ist es wacklig…????? ah jetzt ja – Scheibe und Mutter am Boden des Kupplungskorbes vergessen. Also alles wieder auseinander (wir haben ja jetzt Übung) und nun noch mal anständig gemacht.

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Nun noch neues Ritzel drauf, die Grundplatte mit dem neuen Kabel einbauen, Schwungscheibe drauf, niegelnagelneuen Zylinder mit Kolben und Zylinderkopf anbauen und dann ist ‘Hochzeit’ (Motor wird in das Fahrzeug eingesetzt)

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Leider geht der Tag nicht ohne Frust zu Ende. Da alles so schön lief, wollte ich zum krönenden Abschluß den Hinterradantrieb nebst Kette einbauen. Nach einigen Versuchen die Kette aufzuziehen stellt sich heraus, die vor Jahren als ‘original-S50′ gekaufte Kette’ ist zu kurz. Kettengliederzählen ergibt 110 – also S51, ich brauche 112 Kettenglieder. Damit hat sich das bis zum anliefern einer neuen Kette erstmal erledigt.

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Um dennoch etwas weiter zu kommen, habe ich heute die Kabel der Grundplatte angeschlossen. wollen mal sehen ob ein Funke kommt -> nanü, beim Betätigen des Kickstarter dreht sich die Schwungscheibe nicht und es klingt so schleifend auf der Kupplungsseite, was ist denn das? Also Kupplungsdeckel runter, Kickstarter drücken und ….vermaledeite Schlamperei, zwischen Druckplatte und Scheiben kann ich ja nen Schuh durchwerfen, hab die Platte falschherum eingebaut….

nachdem die Kupplung nu wohl endgültig passt habe ich die Zündung eingestellt und überprüft: siehe da, es funkt anständig (und an der Kerze wo es soll!) Vor lauter Freude gleich noch Ganghebel und Kickstarter angebracht…

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Bei dem schönen Wetter konnte ich meiner Simme natürlich das Tageslicht nicht länger vorenthalten.. also die neue Kette rein, Antrieb und Limadeckel montiert und das Hinterrad dazu, und dann raus ans Licht! Die Batterie hängt am Ladegerät und der Lackierer meldet Fortschritte – es geht vorwärts…

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heute: geladene Batterie eingebaut: Hupe hupt ganz kurz, dann nicht mehr, Blinker eingeschaltet: erste Sicherung verdampft. Anschlüsse alle auf Kurzschlüsse abgesucht: negativ, am Zündschalter umgesteckt: zweite Sicherung verdampft am Zündschalter alles wieder zurück: jetzt blinkt und hupt es ! ?? (Strom ist halt ein komisches Zeuch…)
Heute die fertigen Schutzbleche und die rot lackierten Teile abgeholt. Der Lackierer will die Abziehbilder nicht draufkleben, soll ich mal schön selber machen. Nu, hab ich dann auch. Dann Schutzbleche angebaut und gleich mal zur Probe, ob die Kabel gut liegen, den Tank aufgesetzt – und zur Erbauung meinerseits auch mal einen Seitendeckel angehängt Die Teile gehen nun nochmal zum Lacker, auf die Abziehbilder muß ja noch Klarlack drauf….

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Sie lebt wieder !

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geschrieben am Freitag, den 6. Juni 2008 um 10:23 in der Kategorie Projekt PHOENIX - S50 B2 Baujahr 1980, Simson.
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2 Kommentare zum Thema: “Restauration

  1. Ich bekomme aber den Schwinglagerbolzen am Rahmen nicht heraus. Ich möchte keine rohe Gewalt anwenden

    da wirst wohl mit Gewalt dran müssen, dort sind Lagergummis drin, die werden festgerottet sein – also gut Lagern, dann mal mit nem richtigen Hammer dran

    Pulverbeschichten
    überleg dir das gut ;-) , lies mal die Story oben – ich hatte dann tüchtig Probleme, du bekommst z.B. die Holme der Telegabel nicht mehr gescheit eingesetzt

    Der Tank ist natürlich innen verrostet. Ist es sinnvoller diesen chemisch zu entrosten und mit Tanksiegel zu versehen

    in jedem Fall, unser netter Bio-Sprit (wovon inzwischen in allen Sorten anteilmäßig etwas drin ist) sorgt dafür, das dir bei längerem Abstellen selbst ein voll gefüllter oder ganz leerer Tank wieder rosten wird….

    Ist die Überlackierung mit Klarlack ein Problem?
    nein, ich hatte keines

    für die offenen Fragen habe ich im Moment keine Antwort parat….


    Kommentar von admin | 19. März 2012 um 07:39
  2. Hallo,

    Ich bekomme aber den Schwinglagerbolzen am Rahmen nicht heraus. Ich möchte keine rohe Gewalt anwenden, Rostlöser habe ich genug draufgesprüht, mit dem großen Gummihammer rückt sich nichts. Schwinge und Motorlagerhälften bekomme ich daher nicht ab. Gibt es Tipps oder benötigt man Spezialwerkzeug?

    Den Rahmen + Rahmenteile würde ich Strahlen + Pulverbeschichten lassen. Welche Firmen machen dass gut und ist preiswert?

    Der Tank ist natürlich innen verrostet. Ist es sinnvoller diesen chemisch zu entrosten und mit Tanksiegel zu versehen oder ein lackiertes Neuteil zu verwenden. Wie sind die neuen Teile von der Qualität und Passgenauigkeit? Sind die Neuen innen beschichtet?

    Wo bekommt man noch gute originale Schriftzüge? Ist die Überlackierung mit Klarlack ein Problem?


    Kommentar von Stefan L. | 19. März 2012 um 07:33

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